Der Verein

Sie interessieren sich für unseren Verein? Dann lesen Sie hier, was uns bewegt oder sprechen Sie uns einfach an.

Ausstellung

Die Idee, die alten Torfkähne mit denen die Torfbauern von ca. 1752 bis in die 1920er regelmäßig Torf als Brennstoff nach Bremen fuhren, wieder zurück in das Bild der Landschaft zu bringen war 1983 das Initial zur Gründung des Vereins der Adolphsdorfer Torfschiffer. Zu dieser Zeit gab es auf der Hamme seit Jahrzehnten keine Torfkähne mehr. Bereits ein Jahr später wurde der erste Originalnachbau eines Torfkahns zu Wasser gelassen und nach und nach entwickelte sich die Torfschifffahrt von einem Geheimtipp zu einem Touristenmagneten und zum Symbol für die gesamte Teufelsmoorregion.
Unser Ziel, die in Vergessenheit geratenen Torfschiffe zurück in das Bewusstsein der Menschen zu holen war mühsam, denn man wollte sich anfänglich nicht mit der Armut der alten Torfbauern auseinandersetzen. Doch mittlerweile ist man wieder stolz auf die einstigen Errungenschaften und die Torfkähne sind unser Beitrag für die positive Identifikation mit der Region.

Dass eine kleine Gruppe von Männern innerhalb von drei Jahrzehnten einer ganzen Region dieses Identifikationssymbol zurück gegeben hat, ist ein besonderer Verdienst, der uns einzigartig macht. Unsere Gäste sind sowohl Einheimische als auch Touristen vom Ammerland bis Zürich und manchmal auch darüber hinaus. Auf den "historischen" Torfkahnfahrten kommt es uns vornehmlich auf Originalität und Authentizität an, nicht auf den kommerziellen Erfolg. Unser Anliegen ist der Erhalt und die Etablierung der Torfkähne und die weitere Förderung des naturnahen Tourismus. Seit 1985 nehmen wir regelmäßig mit einem Torfkahn an Umzügen und Ausstellungen teil und sind somit zu einem Aushängeschild für den Landkreis Osterholz geworden.
Wir fördern nicht nur das historische Verständnis für das Teufelsmoor, sondern auch vermehrt Umweltgesichtspunkte. So werden unsere Schiffe nicht wie früher mit Teer imprägniert, der das Wasser verunreinigt, sondern mit Biozid-freier Holzschutzfarbe. Auch bei unseren Motoren ist uns wichtig, dass sie weder geruchsintensiv noch laut sind. Daher haben wir seit 2017 Elektromotoren an Bord. So schützen wir nicht nur unsere Fahrgäste vor etwaigen Belastungen, sondern auch die Natur.

Mitglieder

Gruppenfoto

Aktuelle Mitglieder des Vereins sind heute:
Jörg Bahrenburg, Martin Brünjes, Robert Brünjes, Friedhelm Feldmann, Klaus Feldmann, Ulf Franzke, Rudolf Haase, Rüdiger Heiß, Wilfried Hirschler, Dietmar Kiekhöfer, Helmut Kück, Michael Kück, Hermann Lachmund, Christian Land, Jochen Landt, Matthias Mahnke, Carsten Platz, Jan Randermann, Robert Röhrs, Jürgen Schlubat, Jürgen Schlüter, Manfred Sievers, Marc Sievers, Stefan Sievers und Karsten Thun.

Die Torfkähne

Die Region um Worpswede war früher eine unwegsame Sumpf- und Moorlandschaft. 1750 begann die staatliche Moorkolonisation im Teufelsmoor. Moorkommissar Jürgen Christian Findorff legte systematisch Dörfer und Gräben an. Er förderte den Ausbau von Entwässerungsgräben und führte sie zu schiffbaren Kanälen zusammen. Ebenso verpflichtete Findorff die Moorbauern, die Kanäle zu pflegen und zu unterhalten.
Diese Wasserwege sind die ältesten "Straßen" durch das Moor. Torfkähne waren in der Zeit zwischen Mitte des 18. Jahrhunderts und dem beginnenden 20. Jahrhundert die einzigen Verkehrsmittel im moorig-nassen Land bei Bremen. Die Torfkähne glitten durch die vielen kleinen Wasserstraßen im Teufelsmoor und prägten das Landschaftsbild. Mit ihnen fuhr man z. B. auch am Sonntag zur Kirche. Die Torfbauern stakten, treidelten, wriggten und segelten mehrere Tage lang bis nach Bremen und an die Unterweser, um den Torf zu verkaufen.

Der Verkauf des gestochenen und getrockneten Torfs war der wichtigste Erwerb der Moorbauern, der bis ins 20. Jahrhundert das wichtigste Heizmaterial war. Abnehmer waren Bäckereien, Gärtner oder Privatkunden, manchmal wurde auch gegen Lebensmittel getauscht. Die schwarzen Dielenboote mit den hoch aufragenden Segeln waren wenig komfortabel. Die meisten Bauern im Teufelsmoor besaßen Halb-Hunt-Kähne (Hunt = altes englisches Maß, 1 Hunt = 100 Körbe bzw. 12 m³ Fassungsvermögen). Ein Halb-Hunt-Kahn war 9,6 m lang und 1,83 m breit, wurde aus Eichenholz gefertigt und fasste 50 Körbe Torf. Das charakteristische braune Segel war ca. 12 m² groß und hing an einem 6 m hohen Mast.
Die Zeiten haben sich geändert. Heutzutage wird vorwiegend mit Gas und Öl geheizt und die Kähne befördern keinen Torf mehr, sondern Ausflugsgäste auf den Spuren der alten Moorbauern. Von Mai bis Oktober können Sie bei einer Fahrt mit Nachbauten der Halb-Hunt-Kähne die reizvolle Natur des Teufelsmoores und die Weite der Hammeniederung vom Wasser aus erleben und, wenn der Wind es zulässt, sogar segelnd.